Lobositz (Lovosice)

Archäologische Funde zeigen, dass Lobositz schon in der Urzeit ein bedeutendes Handelszentrum war. Die erste schriftliche Erwähnung über Lobositz stammt jedoch erst aus dem Jahre 1143, als sie Fürst Vladislav II. dem Kloster Strahov schenkte.

Lobositz (Lovosice)

Im 13. Jahrhundert gehörten sie den Herren von Lichtemburg, die sie zweimal – in den Jahren 1251 und 1272 – an das Meißner Zisterzienserkloster Altzella verkauften. Dem Kloster Lovosice gehörten sie bis zum Jahre 1415 an, als könig Wenzel IV. sie ihm wegnahm und Vlášek von Kladno anhielt. Vielleicht im 15. Jahrhundert entstand in Lovosice eine Festung, über die jedoch nur sehr wenig bekannt ist. Im Jahre 1510 wurde das Dorf in die Hände der Šlejnices eingetragen, die wahrscheinlich die hiesige Festung, etwa im dritten Viertel des 16. Jahrhunderts, zu einem Renaissanceschloss umbauen ließen. Im Jahre 1574 erwarb Lovosice Jan von Wallenstein, dessen Sohn Adam im Jahre 1600 die Beförderung des Dorfes zur Stadt erreichte. Im Jahre 1756 wurde bei Lovosice die erste Schlacht des Siebenjährigen Krieges geführt, in dem der preußische König Friedrich II. Der Große besiegte die österreichische Armee, angeführt von General von Brown. Im Jahre 1783 erwarben die Schwarzenberger die Jagdherrschaft, die sie bis 1945 hielt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlitt die Stadt zwei Katastrophen: 1809 ein großflächiges Feuer und 1845 ein großes Hochwasser, von denen sich beide jedoch erholten. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist Lovosice eine freie Stadt. Die industrielle Entwicklung der Stadt wurde von der Eisenbahn unterstützt, die sie in den Jahren 1850–1851 mit Prag und Dresden verband. Es folgt die Gründung einer Zichorienfabrik, einer Zuckerfabrik, einer Brauerei und insbesondere der ersten Chemiefabrik im Jahr 1900. Den modernen Charakter erhielt die Stadt durch einen radikalen Umbau in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bei dem eine Reihe von älteren Bauten, einschließlich des ehemaligen jüdischen Ghettos, abgerissen wurden. Obwohl Lovosice traditionell als Industriestadt verstanden wird, gibt es hier interessante Sehenswürdigkeiten: Außer dem bereits erwähnten Schloss handelt es sich vor allem um die Barockkirche. Wenzel von 1745 und die Pfannschmidts Villa aus dem Jahr 1887 mit einer bemerkenswerten Stuckdekoration im Innenraum. Lovosice ist ein beliebter Ausgangspunkt für Lovoš und weiter ins Böhmische Mittelgebirge.

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